Themenwoche auf FSJ-Seminar

Themenwoche

Themenwoche

Die TeilnehmerInnen des Seminars standen zu Beginn der Themenwoche vor einem mit praxisnahen Themen gefüllten Wochenplan. Gleich am Montag stiegen wir gemeinsam mit dem Thema Behidnerung ein, wobei ich einen Teil der theoretischen Inhalte als Referentin übernahm. Nach einer obligatorischen Kennenlernrunde versuchte ich mit den FSJlerInnen heraus zu finden, wann sich jeder schon mal selbst behindert oder beeinträchtigt gefühlt hat. Diese Erfahrungen sollten sie kurz skizzieren. Ein Großteil der jungen Leute brachte dies bildlich mit einer körperlichen Beeinträchtigung in Verbindung (ein gebrochener Am oder ein Bein). Zudem wurden auch gesellschaftliche Barrieren gezeichnet, wie zu Hohe Regale usw.

Die fast 40 Jugendlichen hatten nach dem Theorieteil, in dem es sich um verschiedene Definitionen und Arten von Behinderung handelte, die Möglichkeit der Selbsterfahrung. Dabei bildeten sich Paare, welche mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen verschiedene Aufgaben im Zentrum von Rudolstadt bewältigen sollten. Zum Teil waren sie durch eine Augenbinde völlig blind, zum anderen konnten sie durch spezielle Brillen nur eingeschränkt (bestimmten Sehbeeinträchtigen nachempfunden) sehen.

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Zu dem bewegten sich Teams im Rollstuhl durch die Einkaufsstraße, andere widerum wurden durch Ohrstöpsel in ihrem Hörvermögen beeinflusst. Sie sollten mit ihren Beeinträchtigungen die Barrierefreiheit der rudolstädter Innenstadt testen. Eine solche Selbsterfahrung hat natürlich neben den äußeren Wirkungen, zum Beipsiel durch Passanten usw, auch noch einen anderen bedeutenden Effekt: nämlich auf die Wahrnehmung der Betroffenen selbst. Sich einmal in die Lage eines Menschen zu versetzen, welcher sich auf andere Art und Weise (blind, gehörlos oder mit Rollstuhl) im alltäglichen Leben fortbewegen muss, stellt für mich eine sehr spannende Methode dar, um sich dem Thema auf einer tiefgreifenden Ebene zu nähern.

In der anschließenden Feedbackrunde äußerten die Jugendlichen ihre Erfahrungen, Gedanken und Gefühle zu ihrer jeweiligen Aufgabe. Mehrheitlich empfanden sie die Möglichkeit, den Einkaufsbummel mal aus einer neuen Perpektive zu betrachten als sehr außergewöhnlich und gewinnbringend. Außerdem stellten sie fest, dass es zahlreiche Barrieren gibt, vom erhöhten Bordstein über meterhohe Regale oder zu enge Gänge im Klamottenladen, welche Menschen mit Beeinträchtigungen jeden Tag zu bewältigen haben.

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