Teambuilding und Empowerment durch Erlebnispädagogik in der Abenteuerschule Suhl!

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„Nur eine selbstgemachte Erfahrung ist eine Erfahrung!“. Dieses Motto hat sich die Abenteuerschule in Suhl auf die Fahne geschrieben. Grund genug für uns diesen Ort als Anlaufstelle für junge Menschen zu nutzen, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Potenzial zu entfalten.

Ein Ort mitten im Thüringer Wald. Ein Ort, welcher genügend Raum bietet, um eigene Erfahrungen über sich selbst und in der Gruppe zu sammeln. Genau aus diesem Grund begaben sich SchülerInnen der Regelschule Schalkau leicht bepackt mit einem Schlafsack, etwas warmen zum Anziehen und einem Päckchen gefüllt mit Fragen ins unbekannte Hinterland von Suhl.

Bereits im November 2014 lernten wir die 9. Klasse kennen. Wir fuhren mit dem Ziel nach Schalkau, um mit Jugendlichen über ihre Themen und Wünsche ins Gespräch zu kommen. Wir wollten sie bei der Verwirklichung ihrer Ideen unterstützen. Das alles bestimmende Thema dieser Klasse war zum damaligen Zeitpunkt: „Wie werden wir eine Klasse?“. Abenteuerschule-Suhl-2015-05

Innerhalb der Klasse herrschte eine deutliche Spaltung zwischen den Jungen und den Mädchen. Einige der SchülerInnen empfanden diesen Zustand als sehr bedrückend.

Das war der Anlass für ihr Engagement.

Immer wieder suchten sie mit der Lehrerin sowie ihren MitschülerInnen das Gespräch. Bei der ersten Kontaktaufnahme wurden wir nur schwer mit der Klasse warm. Wir sagten ihnen damals, dass zuerst der Zusammenhalt in der Klasse bestehen müsse, bevor sie überhaupt weiter kommen oder zusammen an einem Thema arbeiten können.

Das Ziel der Aktion war es also, junge Menschen bei der Umsetzung ihrer Wünsche, Vorstellungen und Ideen zu unterstützen. Wir wollten den Jugendlichen eine Möglichkeit bieten, sich außerhalb vom Raum Schule mit professioneller pädagogischer Unterstützung ihrem Thema zu stellen. Da kam das Gelände der Abenteuerschule wie gerufen. Suhl, auf geht`s!

Ankunft am Montag Morgen. Ein leichtes Raunen war nach der Begrüßung und der Einweisung vor Ort zu hören, als es vom Teamleiter hieß: „Und nun baut ihre die Gruppenzelte selber auf!“. Abenteuerschule-Suhl-2015-02Übernachten im Zelt? Und das auch noch mit 7 anderen Leuten…wow! Eine gruppenintensive Zeit stand den SchülerInnen bevor.

 

Die Outdoor-Pädagogen Manu und Andi starteten mit Teambuilding-Spielen, wie dem „Kistenlauf“ und dem dem „Schwebenden Glas“. teambuilding

So wurden erste Erfahrungen im „Gruppen-Kuscheln“ (-: auf Kisten und Trainings für den Teamgeist und das Klassengefüge gemacht.

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Gemeinsames Outdoor-Kochen, suchen von Feuerholz und die nächtliche Wanderung durch den Wald haben ebenso dazu beigetragen, sich selbst in der Gemeinschaft zu erleben.

Diese unvergesslichen Momente haben den Jugendlichen die Chance gegeben, ihren Zielen und Vorhaben näher zu kommen und um sich mit ihren Konflikten innerhalb ihrer Klasse und ihren persönlichen Themen auseinanderzusetzen.

Am letzten Tag bestand die abschließende Teamaufgabe darin, ein Netz aus Seilen zu knoten. Abenteuerschule-Suhl-2015-17Dieses  sollte so stabil sein, dass sich am Ende jemand aus der Klasse hineinfallen lassen konnte. Symbolisch stand diese Übung für das Vertrauen untereinander und den Zusammenhalt zwischen den SchülerInnen. Die MitschülerInnen, welche das Netz während des Falls gemeinsam hielten, zeigten dem Mitschüler auf dem Turm, so ihre Unterstützung.

Von dem „Springer“ wurde im Gegenzug großes Vertrauen in seine Klasse verlangt. Die Jugendlichen haben in der Auswertung festgestellt, dass es wichtig ist zusammen zu halten. Das Netz konnte am Ende nur erfolgreich fertig gestellt werden, weil alle SchülerInnen beim Knoten der Seile mitwirkten.

Außerdem stellten sie fest, dass es wichtig ist sich zu trauen etwas zu sagen, auch wenn der Rest der Klasse gerade anderer Meinung ist. Sie haben aus ihrer schwierigen Situation im Klassenzimmer gelernt, dass, wenn sie selbst aktiv werden, auch etwas verändern können. Ihr eigener Wille hat dazu beigetragen, dass sich der anfängliche Konflikt zwischen Jungen und Mädchen auflösen konnte. In diesem Fall  wurden sehr viele Facetten von „Empowerment“ angesprochen und umgesetzt werden. Sie konnten am eigenen Leib erfahren, was Selbstwirksamkeit bedeutet.

Damit ist das Engagement einzelner SchülerInnen noch nicht beendet. Zusätzlich zu ihren zahlreichen Gesprächsrunden soll es nun auch noch ein Theaterstück geben. Dies wird in Kooperation mit einer professionellen Schauspielerin auf die Beine gestellt. Es ist einfach spannend zu sehen, wie viel diese jungen Menschen aus dieser anfänglichen Konfliktsituation gelernt haben. Sich für eine Sache einsetzen. Sich mit seinen MitschülerInnen auseinandersetzen. Am Ball bleiben und durchhalten. Niederlagen überstehen, annehmen und aus ihnen lernen. Die Entwicklung von sozialen Kompetenzen. Wie funktioniert ein Team. Was bedeutet Vertrauen. Im Anderen Stärken erkennen. Sich aufeinander verlassen können.

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