Inklusion Schule Wochenend-Workshop

inklusion schule
„better together“ – Inklusion auch in der Schule?! Eine Reise in die Zukunft.

Dem Aufruf nach Bad Blankenburg folgten am 14. Dezember 2013 insgesamt 15 Jugendliche aus unterschiedlichen Regionen Thüringens. SchülerInnen aus Regel- und Förderschule sowie aus dem Gymnasium trafen sich an zwei Tagen, um sich gemeinsam über eine inklusive Schulform auszutauschen. Welche Ideen und Möglichkeiten gibt es, die Atmosphäre in den Schulen so zu gestalten, dass sich jeder wohl fühlt und dem inklusiven Ansatz entsprechend, jeden nach seinen Möglichkeiten fördert? Wie stellen sich Jugendliche ihre weitere Schullaufbahn vor und welche Schwierigkeiten können auftreten? Diese Fragestellungen begleiteten uns durch die gesamte Veranstaltung.

Inklusion Schule

Wochenendworkshop inklusion Nach einer Kennenlernphase und einem theoretischen sowie praktischen Einstieg in das Thema Inklusion starteten wir ein Experiment.

Wir stellten eine Schulstunde nach, in welcher alle SchülerInnen eine Beeinträchtigung hatten. Der eine Schüler konnte nicht sehen, ein anderer war in seinem Hörvermögen eingeschränkt. Wiederum andere hatten nur eine Hand zum Schreiben. Auch der Lehrer war durch ständiges Essen von Gummibärchen in seiner Aussprache beeinflusst, so dass das von ihm vorgetragene Diktat keine leichte Schreibaufgabe für die SchülerInnen darstellte.

Ziel dieser Inszenierung war die Frage nach der individuellen Förderung in einer inklusiven Klasse. Wie ist es möglich, jeden nach seinen Fähigkeiten in einer solch bunt gemischten Klasse zu fördern. Dadurch, dass die „Versuchskaninchen“ selbst von einer Beeinträchtigung betroffen waren, konnten sie eher Ideen entwickeln, da sie nun die Perspektive einer beeinträchtigten Person einmal einnehmen konnten.

Die Erkenntnis unserer praktischen Übung brachte zum Vorschein, dass es individuelle Lernmaterialien und Aufgabenanforderungen geben muss, um allen Lernenden gerecht zu werden. Wochenendworkshop inklusion Eine Teilnehmerin konnte uns ihre Sicht als Rollstuhlfahrerin erläutern und SchülerInnen aus Förderschulen berichteten, wie gut das Lernen in ihren Klassen auf dieser Grundlage funktioniert.

Allerdings gab es auch kritische Äußerungen von RealschülerInnen. Diese stellten es sich schwierig vor, einen Aufgabenplan abzuarbeiten, anstatt den üblichen Frontalunterricht zu erhalten. Es wurden verschiedene Meinungen zu diesem Thema geäußert. Eine klare Linie war dabei nicht erkennbar.

Bilder Workshop Inklusion Schule

Nach einigen interessanten Gesprächen entwarfen alle SchülerInnen gemeinsam ihre Definition zum Fachbegriff Inklusion.

„Inklusion ist eine Gemeinschaft, in der alle einbezogen werden, jeder mitmachen darf und keiner ausgegrenzt wird“.

Danach hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich inhaltlich mit Hilfe der Methode „Zukunftswerkstatt“ innerhalb ihrer Gruppen mit dem Thema „Inklusive Schule“ zu beschäftigen. Selbstständig erarbeiteten sie so Kritikpunkte, welche sie gegenüber einer inklusiven Schule hatten. Angefangen von finanziellen Mitteln, dem Problem des erhöhten Förderaufwandes durch den Lehrer und die nicht barrierefreien Gebäude, äußerten sich die SchülerInnen gekonnt skeptisch und hinterfragten die Umsetzung von Inklusion. Anschließend durften sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen und entwickelten eher utopische Vorstellung einer Schule für alle. Wie wäre ein Schloss im Weltall, in der Schwerelosigkeit jedem die Fortbewegung erleichtert, egal ob jemand im Rollstuhl sitzt oder nicht. In der letzten Phase wurden dann die realen und umsetzbaren Ideen zu diesem Schulkonzept aus den vorangegangenen Vorschlägen und Gedanken herausgefiltert.

Am Ende des ersten Tages fand in der Turnhalle der Sportschule ein Rollstuhlparcour für alle statt. Neben der Selbsterfahrung in dem Gefährt stand dabei natürlich auch der Spaß im Vordergrund.
Nach einer weiteren Arbeitsphase in den Workshopgruppen hatten die TeilnehmerInnen am zweiten Tag die Möglichkeit, ihre Ideen und Ergebnisse den geladenen Gästen zu präsentieren. Wer stellt welchen Teil vor und wie können wir unsere Plakate noch anschaulicher gestalten? Aufgeregt, wie die Meinungen der ExpertInnen ausfallen würden, gaben sie ihren Entwürfen den letzten Schliff. Anwesend war ein Student der Universität Erfurt (Fachbereich Förderpädagogik), Frau Schramm von dem Verein der Kinderinteressen Gera, eine FSJlerin (sie hat ihre Seminarfacharbeit zum Thema verfasst) sowie drei LehrerInnen aus der Regel- bzw. Förderschule. Die Gäste hörten sich gespannt die Präsentationen der Jugendlichen an und überlegten mit ihnen, wie man die aufgezeigten Ideen und Wünsche umsetzen könnte.

Alle Beteiligten schätzten die Veranstaltung als sehr gelungen ein und wünschten sich eine Fortsetzung. Für die Jugendlichen war die Begegnung mit anderen jungen Menschen sehr interessant und aufregend. Eine weitere Veranstaltung in diesem Format wird es auf jeden Fall geben, um den Dialog fortzusetzen. Eine Idee, welche von den anwesenden Expertinnen aus der Praxis formuliert wurde, war, ebenso wie für SchülerInnen aus unterschiedlichen Schulbereichen, ein Treffen für LehrerInnen zu organisieren. Nach Abschluss einer solchen Veranstaltung könnte es dann eine dritte Veranstaltung geben, zu der dann SchülerInnen und LehrerInnen gemeinsam an dem Thema arbeiten.

Hey Leute, jetzt seid ihr gefragt! Habt ihr schon mal was von Inklusion gehört?
Unsere Welt ist bunt. Warum nicht auch die Schule noch farbenfroher gestalten und allen Kindern die Chance geben, zusammen in einer Schule zu lernen. Wie könnte eine solche Schule eurer Meinung nach aussehen?

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