Europa und die Soziale Inklusion

Europa

Gesprächsrunde

Jugend und Politik im Gespräch über Europa und Soziale Inklusion

Zwei weitere Tage der Seminarwoche standen ganz im Zeichen von Politik und Europa. Dazu erarbeiteten zwei ReferentInnen von der EJBW (Europäische Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Weimar) zusammen mit den FSJlerInnen Schwerpunkte zu Europa: Was ist Europa? Was verbindest du mit Europa? Welche Länder gehören dazu? Was ist die EU? Usw. Auch der strukturelle Aufbau der EU-Regierung wurde mit Hilfe von Expertengruppen durch die TeilnehmerInnen selbst erarbeitet und vermittelt. An diesen beiden Tagen schlossen sich ebenfalls die FSJ-Gruppe der Johanniterjugend an, welche zur selben Zeit in Rudolstadt zum Seminarbesuch eingeladen wurde.

FSJ Seminar Gespräche Der erste Tag wurde mit einer kurzen Einführung über Inklusion abgeschlossen, um die TeilnehmerInnen auf den folgenden Seminarblock einzustimmen.

Die FSJlerInnen arbeiten überwiegend im pädagogischen Bereich, nämlich in Schulen und Kitas. Eine perfekte Grundlage, da viele von ihnen bereits praktische Erfahrungen mit Inklusion, ihrer Umsetzung sowie damit verbundenen Problemen gemacht haben und sich so gut einbringen konnten.

Am nächsten Tag durften sie ihre Träume, Visionen und Utopien mit Hilfe der Zukunftswerkstatt zum Thema Inklusion ausleben. Sie trugen zunächst Kritikpunkte zusammen, welche im Zusammenhang mit ihrer Arbeit / Lebensumfeld / Gesellschaft und Inklusion eine Rolle spielen.

Diese kritischen Gedanken flossen dann in die Fantasiephase ein, in der für die Lösung der Probleme keine Grenzen gesetzt waren. Sie konnten alles erfinden, unabhängig davon wie teuer oder unrealistisch ihre Idee auch sein mochte.

FSJ Seminar Gespräche Die abschließende Realisierungsphase wurde dazu genutzt, um Fragen an die PolitikerInnen zu den ausgewählten Themen zu formulieren, auf welche sie im Anschluss an ihren Workout treffen sollten.

Um die Jugend mit der Politik zu Europa und dem Thema Soziale Inklusion ins Gespräch zu bringen, haben wir die thüringer Vetreter des Europaparlaments Herrn Dr. Dieter Koch (CDU) und Frau Gabi Zimmer (Die Linke), sowie die Abgeordnete des Thüringer Landtags Frau Dorothea Marx (SPD) und Herrn Carsten Meyer (Die Grünen) eingeladen.

Für die Veranstaltung durften wir die Räumen des Fridericianum Gymnasiums in Rudolstadt nutzen.

Aufgrund der örtlichen Nähe konnten so auch SchülerInnen der Oberstufe an der Gesprächsrunde teilnehmen.  FSJ Seminar Gespräche Die FSJlerInnen brachten ihre gezeichneten Werke und Utopien mit in die Aula der Schule.

Zunächst wurden aber die politischen EntscheidungsträgerInnen zu ihrer Position und Meinung über Europa befragt. Außerdem wurden durch die VertreterInnen auch europapolitische Zusammenhänge und aktuelle Geschehnisse eingebracht. Für die Jugendlichen gab es danach die Möglichkeit ihre Fragen zu stellen.

Die Umstände waren in unserer ersten Veranstaltung etwas ungünstig, so dass der eigentliche Dialog nur sehr schleppend angelaufen ist. Für uns war das ein guter Lernprozeß, denn die Gesprächsrunde sollte eine Woche später mit einer zweiten FSJ-Gruppe und anderen VertreterInnen aus der Politik erneut stattfinden.

Ich persönlich hätte mir eine offener Gesprächsform gewünscht, ohne Podium – auf Augenhöhe eben. Ich hatte auch den Eindruck, dass die jungen Leute von den europapolitischen Inhalten etwas erschlagen waren – sie sind ja auch nicht einfach zu verstehen! Für die folgende Veranstaltung wollten wir unsere Jugendlichen von Anfang an aktiv mit einbeziehen, denn es war ihre Chance zu Wort zu kommen und ihre Gedanken und Fragen der Politik vorzustellen.

Die erste Runde ging so meiner Meinung nach etwas enttäuschend für beide Seiten zu Ende. Aber ich versuchte poistiv zu denken, denn aus solchen Erfahrungen kann man immer nur lernen.
FSJ Seminar Gespräche Die zweite Gesprächsrunde eine Woche später verlief ganz anders als die erste. Wir sprachen vorher mit den Jugendlichen noch einmal über ihre Fragen und die Art und Weise der Präsentation. Sie kamen gleich zu Beginn auf das Podium und stellten ihre kreativen Werke zu den Utopien vor. Da gab es die Idee das Geld zu verbrennen und statt dessen Leistung gegen Leistung und Ware gegen Ware innerhalb einer Gemeinschaft als gesellschaftliche Vision zu etablieren.

FSJ Seminar Gespräche Eine andere Gruppe erfand einen Trichter, durch den jeder Mensch fallen muss, damit am Ende alle mit den gleichen Voraussetzungen unten wieder heraus kommen. Ohne Vorurteile und ohne Unterschiede, jeder wird mit dem selben Bildungspaket ausgestattet, was die Person daraus macht liegt in ihrer Verantwortung.

Geniale Utopien mit Tiefgang und einer interessanten und inklusiven Vorstellung vom menschlichen Zusammenleben.  Die PolitikerInnen, diesmal in der Besetzung Frau Ines Leukefeld (Sprecherin für Medien- und Europapolitik im Thüringer Landesvorstand der Linken), Herr Matthias Schlegel (Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen im Ilm-Kreis) und Herr Michael Panse (Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat in der Landeshauptstadt Erfurt) stellten sich interessiert und offen den entwickelten Utopien sowie den anschließenden Fragen der Jugendlichen. Außerdem haben sie durch ihre Statements „Was ist für Sie Europa?“ das weit weg zu scheinende Thema ein Stückchen näher gebracht. Es war meinem Empfinden nach ein spannender Austausch zwischen Jugend und Politik…ich denke hier kann jeder voneinander lernen – die PolitikerInnen erhielten einen frischen Einblick in die Sicht- und Lebensweise von jungen Leuten.

Die PolitikerInnen hingegen können den Jugendlichen ihre Erfahrungen aus dem politischen Geschehen mitgeben. Hier wurden wertvolle Gedanken ausgetauscht, die sicherlich an der ein oder anderen Stelle auch kritisch betrachtet wurden. Aber das zeichnet einen interessanten Dialog, so lange er auf einer wertschätzenden Ebene verläuft, auch aus.

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