Die Landesschülervertretung „better together“ und „Empowerment“

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Auf dem zweiten Treffen der Landesschülervertretung im November 2014 haben wir mit dem Workshopangebot „Was will ich? Was kann ich? Wie mach ich`s?“ mitgemischt.  Wie setze ich eigene Projektideen innerhalb und außerhalb von Schule um? Was brauche ich dafür? Wie kann ich meine MitschülerInnen motivieren, an geplanten Projekten und anderen Vorhaben mitzuwirken? Wo hole ich mir dafür die nötige Unterstützung?


Zu diesen und anderen Fragen wollten wir gemeinsam mit den TeilnehmerInnen Ideen entwickeln und unsere eigenen Erfahrungen aus dem Projekt „better together – Jugend und Politik auf Augenhöhe Vol.2“ als Impulse mit einbringen.
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Ein mögliches Ziel unseres Workshops war es ein Ideenpapier zu entwerfen, welches als nützliche Handreichung für die eigene Arbeit als SchülervertreterInnen genutzt werden konnte. Außerdem waren die beiden Gruppen unsere „Versuchskaninchen“, um zum ersten Mal über das neue Thema des Strukturierten Dialogs, „Empowerment“ ins Gespräch zu kommen.
Nach einer kurzen Inszenierung einer Schulsituation, nutzten wir die Auswertung als erste Ideensammlung zum Thema „Empowerment“. Die Situation handelte von der Organisation einer Abschlussfahrt. Auf der einen Seite spielten wir eine Szene nach, in der die Lehrerin alle Vorgaben machte und die SchülerInnen keinerlei Entscheidungsgewalt hatten. landesschülervertetung

So hieß es bei der Wahl des Zielortes: „Dresden hat mir schon immer gut gefallen, deshalb fahren wir dorthin. Außerdem gibt es dort ein tolles Porzellanmuseum!“ (so die Aussage von der Klassenlehrerin). Im Gegenzug dazu spielten wir die Situation mit einer Lehrerin nach, welche ihre SchülerInnen in die Organisation mit einbezog.

Verantwortung und Aufgabenverteilung lag zum großen Teil in den Händen der Klassenkameraden. „Wie habt ihr euch dabei gefühlt?“, war die Frage, die wir im Anschluss an das kurze Improtheater stellten.  Die Antworten waren mehr als einstimmig. Im ersten Beispiel erhielten wir Aussagen, wie „Das ist doch die gewohnte Situation!“. Andere sagten, dass sie „enttäuscht“ sind und sich „verarscht“ fühlen. Außerdem rief das Verhalten der Lehrerin Gedanken von Machtlosigkeit, Ungerechtigkeit, Widerwillen und Unterdrückung hervor.landesschülervertretung

Im zweiten Beispiel fielen die Reaktionen natürlich anders aus. „Als Schüler fühlt man sich freier!“. „Das weckt Kreativität und Spaß!“.
Außerdem stellte jemand fest, dass bei dieser Aufgabenteilung weniger Arbeit für Lehrer und SchülerInnen anfallen! Nach Gesprächen mit den TeilnehmerInnen gibt es Schulen an denen Partizipation bereits gelebt wird.

Auf der anderen Seite hören wir leider noch viel zu oft, dass SchülerInnen an ihrer Schule wenig bis überhaupt kein Mitspracherecht haben, oder davon kein Gebrauch gemacht wird. Das muss sich ändern, wenn sich LehrerInnen und SchülerInnen in der Schule gleichermaßen wohlfühlen sollen!

Was hat euch „empowert“ ein Mitglied der Schülervertretung zu werden? Elena aus Bad Salzungen ist Schülersprecherin geworden, um etwas an ihrer Schule zu verändern.

Danach fragten wir nach dem Zusammenhang zwischen „Empowerment“ und der Arbeit als Schülersprecher/in. SchülerInnen wünschen sich ernst genommen zu werden. Natürlich sollten die LehrerInnen ihnen Vertrauen entgegenbringen und das zusätzliche Engagement für die eigene Schule anerkennen und wertschätzen.

Eine Aussage einer Teilnehmerin in der offenen und sehr spannenden Dialogrunde: „Lehrer müssen auch mal den Kopf aufmachen!“. Das heißt, Lehrer sollten offen gegenüber den Ideen und Fragen der Jugendlichen sein. Also liebe Lehrer und Lehrerinnen – ein offenes Ohr zu haben lohnt sich immer!
Im AnschlLandesschuelervertretung-2014-09uss an diese erste Ideensammlung wollten wir durch ein Spiel Praktisches und Theoretisches miteinander verbinden. Zudem sollten die TeilnehmerInnen Methoden kennenlernen, welche sie für die eigene Arbeit nutzen können.

Es war immerhin schon viel zu spät für lange Vorträge! Mit dem Spiel „Mensch – EMPOWER dich!“ waren ähnlich wie bei „Activity“ unterschiedliche Spielfelder mit verschiedenen Aktionen verbunden. Stelle pantomimisch das Wort „Affenschaukel“ dar oder male einen „Rattenschwanz“, waren die kreativen Teile des Spiels.

Natürlich sollte auch noch ein bisschen was zum Thema „Schülersprecher“ gelernt werden. Darum gab es auch Diskussionsfelder. Beide Gruppen hatten auf diesem Spielfeld die Gelegenheit innerhalb von 10 Minuten sich darüber Gedanken zu machen, wie sie zum Beispiel eine Weihnachtsfeier in ihrer Schule organisieren.Landesschuelervertretung-2014-06

Mit der zusätzlichen Herausforderung zunächst einmal die Schulleitung sowie die MitschülerInnen von dem Vorhaben zu überzeugen und notwendige Hilfe einzufordern.

Dieses „Diskussionsthema“ beinhaltete Hürden, auf welche die jungen Leute immer wieder innerhalb ihrer Arbeit als SchülersprecherIn stoßen. Sie erhielten somit die Möglichkeit, sich mit anderen über ihre Erfahrungen auszutauschen sowie gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

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Wir hatten jede Menge Spaß mit diesen engagierten jungen Menschen. Uns hat vor Allem ihr Enthusiasmus und ihre Einsatzbereitschaft fasziniert. Beide Gruppen haben die Zeit gut genutzt, um ihre Themen mal auszupacken und sich mit anderen SchülersprecherInnen darüber auszutauschen. Mit diesen SchülersprecherInnen an den jeweiligen Schulen vor Ort kann viel bewegt werden. Dafür brauchen sie aber die Unterstützung von Schulleitung und LehrerInnen sowie AnsprechpartnerInnen mit offenen Ohren und Mut zu neuen Ansätzen und Ideen.

Ein Gedanke zu „Die Landesschülervertretung „better together“ und „Empowerment“

  1. Christoph Werz

    Danke lieber LJRT für den tollen Workshop
    Ein ganz besonderer Dank an Claudia und ihre liebe Kollegin!
    Die LSV Thüringen und die TeilnehmerInnen / KreisschülersprecherInnen
    aus dem ganzen Freistaat Thüringen fanden den oben beschriebenen Workshop nicht nur innhaltlich total toll, auch die Ergebnisse in der Umsetzung später vor Ort wurden von den TeilnehmerInnen als besonders hilfreich in zahlreichen Nachgesprächen dargestellt.
    Macht bitte weiter so – und hoffentlich auch 2015 auf unseren Landesschülertagen!
    Eure LSV, Thüringen

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