Abschlussveranstaltung in Weimar

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Resümieren. Erfahrungen austauschen. ‚Danke‘ sagen.
Am 21. Januar 2014 traf sich eine bunte Truppe im Weimarer Reithaus der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsgsstätte (EJBW), um ein Jahr „better together – Jugend und Politik auf Augenhöhe“ zu feiern, die Ergebnisse der eigenen Arbeit zu betrachten und noch einmal auf Augenhöhe zu diskutieren. Außerdem wurde zwischen lockeren Gesprächen bei Keksen und Tee auch noch mal richtig gearbeitet – in Workshops zu den Themen Inklusion, gleichberechtigte Kommunikation zwischen Jugend und Politik und wie es im Folgeprojekt „better together Vol. 2“ gemeinsam weiter geht.

Nachdem alle TeilnehmerInnen bei recht frostigen Temperaturen in den großen Saal des Reithauses gefunden hatten, gab es zunächst eine sehr ungewöhnliche Eröffnung. Alle hatten beim hereinkommen schon die vor oder auf den Stühlen verteilten Rhythmusinstrumente (Trommeln, Schellen, Schlaghölzer etc.) gesehen. Was damit anzustellen war, erklärte Trommellehrer Stefan Räsch, nämlich mit allen zusammen einen gemeinsamen Takt zu spielen. Das klang zunächst ordentlich chaotisch und durcheinander, aber das Trommelfieber verbreitete sich so schnell, dass bald alles wie ein lebendiges Organ klang – harmonisch-laut und im Einklang.

Nach dieser rhythmischen Erwärmung eröffnete Projektleiterin Claudia Fichtmüller die Abschlussveranstaltung.

Abschlussveranstaltung Der Auftakt war geprägt von Worten des Dankes und der Zufriedenheit aber auch von einem kritischen Blick in die Zukunft. Die Inhalte seien sowohl bei den teilnehmenden SchülerInnen als auch bei den PolitikerInnen angekommen, aber damit habe man nur einen von vielen Schritten in eine inklusive Welt getan, stellte die Projektleiterin klar.
Dennoch haben alle bisherigen Veranstaltungen gezeigt, wie gut es gemeinsam funktionieren kann. Eine Diashow holte noch einmal Momente von verschiedenen Aktionen zurück ins Gedächtnis, wie die „Couch-Lounge“ zum Jugendkirchentag oder die Bus-Tour zum Bundestag nach Berlin.

Abschlussveranstaltung Ein großes Danke ging natürlich auch an die Förderer aus der Politik, weshalb u.a. Ute Karger vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit (TMSFG) zu den TeilnehmerInnen gehörte.
Sie würdigte ihrerseits die Arbeit der Jugendlichen und des gesamten Projekts als einen wichtigen Bestandteil der Partizipation von jungen Menschen im Freistaat.

Abschlussveranstaltung Und die Jugendlichen selbst? Kamen ebenso zu Wort und ließen es sich nicht nehmen, noch einmal auf ihre Ideen, Verbesserungsvorschläge aber auch Zwischenergebnisse aufmerksam zu machen. Sie haben zusammen mit den teilnehmenden PolitikerInnen vorgelegt, aber man müsse weiter dran bleiben, erklärten Nadine Jäntsch und Anne Marbach stellvertretend.

Dann – nach einer schmackhaften Stärkung – hieß es: Weiterarbeiten!

Abschlussveranstaltung

In drei Workshops teilten sich PolitikerInnen und Jugendliche im geräumigen Reithaus auf, um in Gruppen an weiteren Details zu schleifen.

Workshop I: Bitte auf Deutsch!
Wie soll denn bitte eine Diskussion auf Augenhöhe zustande kommen, wenn jeder seine eigene Sprache spricht? Da fallen einerseits Wörter wie „Fiskaljahr“ und andererseits wird der Jugendslang nicht ernst genommen. Mit dieser Problematik setzte sich Workshop-Gruppe 1 auseinander.
Ein humorvolles Video, welches PolitikerInnen stirnrunzelnd bei Begriffen wie „Yolo“ oder „Swag“ zeigte, stimmte die Gruppe zunächst ein, bevor reihum Erfahrungen gesammelt wurden. Das nahmen die TeilnehmerInnen als Grundlage, um Ursachen von unnötig komplizierter Kommunikation auf den Grund zu gehen. Schnell stellte sich heraus, dass abseits der fest definierten Kommunikationsebenen und deren Tücken ein ganz anderes Problem in den Vordergrund rückte: Gehen wir immer vorurteilsfrei in ein Gespräch? Nein! Auf dem später erstellten Kommunikationsregeln-Plakat tauchte dieser Punkt auch auf, denn mit Vorurteilen im Kopf, lässt es sich schlecht diskutieren.
Insgesamt kamen alle schnell auf einen gemeinsamen Nenner und lieferten in der Zusammenfassung hilfreiche Vorschläge und Richtlinien. Unser Lieblingskommentar: „Politiker sollen sich ein Wörterbuch für Jugendliche kaufen!“

Workshop II: Wie geht es nun weiter mit der Inklusion?
Das Kernthema des gesamten Projekts ist weiterhin die Inklusion. Logisch, dass sich Workshop-Gruppe 2 dem angenommen hat. Doch einfach gestaltete sich das nicht. Ist mit barrierefreien Schulgebäuden bereits alles getan? Kann das begrenzte Geld für solche Maßnahmen gerecht verteilt werden? Wie müssen sich SchülerInnen, LehrerInnen und PolitikerInnen umstellen?
Um einen Anfang zu machen, gab es auch hier wieder einen Erfahrungsaustausch zwischen den jungen und erwachsenen WorkshopteilnehmerInnen. Gar nicht so leicht, wenn Schule und Berufswelt doch oft so weit auseinander liegen. Daher tauchten nach und nach Kommunikationsprobleme auf, mit denen sich Workshop-Gruppe 1 parallel beschäftigte. Ein Punkt, der zum Schluss auch ins Fazit aufgenommen wurde.
Insgesamt kamen auch im Inklusions-Workshop gute Ideen und Vorschläge zusammen.  Eine ganzheitliche konsequente Anerkennung wurde stellvertretend von Michael Panse (CDU) gefordert, denn das gleichberechtigte Miteinander und Erkennen von Potenzialen baut Vorurteile ab, schafft aber auch ein gesellschaftliches Bewusstsein für Inklusion.

Workshop III: better together Vol. 2 – Mach was dir gefällt!
Die Workshop-Gruppe 3 hatte sich dem großen Dachthema des Projekts gewidmet: better together und wie das vor allem in der Zukunft weitergehen kann. Hier teilten sich Erwachsene und Jugendliche als separate Arbeitsgruppen auf, um dann zusammen festzustellen, wo die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede beim Blick nach Vorn lagen. Natürlich war hier wieder der Altersunterschied die größte Lücke zwischen den einzelnen Ideen. Vernetzung von Verbänden, Teilhabe durch gleichberechtigte Zusammenarbeit und berufliche Perspektiven standen auf den Zetteln der „Großen“. Die „Kleinen“ hingegen waren in ihren Schulstrukturen, also vor allem bemüht ernst genommen zu werden, sprachlich nicht ausgeschlossen zu werden und immer mit einem Blick zur Partizipation an schulpolitischen Entscheidungen.

Impressionen von der Abschlussveranstaltung

Fazit und Ausklang
Nachdem sich alle Gruppen wieder im Saal des Reithauses versammelt hatten, wurden alle Ergebnisse der einzelnen Workshops zusammengetragen. Zusammen erkannte man dann auch die Schnittstellen der drei Workshops – eine produktive Kritik für zukünftige Veranstaltungen. Zufrieden waren dennoch alle und wer zufrieden ist, der sagt auch danke. So war es nicht nur an Projektleiterin Claudia Fichtmüller, namentlich jeden für sein Engagement zu loben. Auch sie selbst bekam ein großes Dankeschön von den Jugendlichen und den PolitikerInnen zugerufen, als Lohn für eine erfolgreiche Projektlaufzeit von better together. Bereit für better together Volume 2? Ja klar! Da waren sich alle einig.

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